Cochlea Implantat Pioniere und MED-EL Gründer Ingeborg und Erwin Hochmair mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026 ausgezeichnet

Feb 3, 2026

3. Februar 2026 – Innsbruck, Österreich: Der heutige Tag erfüllt MED-EL mit Stolz. Die Unternehmensgründer Ingeborg und Erwin Hochmair wurden gemeinsam mit anderen herausragenden Persönlichkeiten mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026 ausgezeichnet, einem der weltweit wichtigsten Preise für lebensverändernde technologische Errungenschaften.

  • Eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen für herausragende Ingenieurleistungen würdigt lebensverändernde medizintechnische Innovation
  • Der Preis wird 2026 für die Entwicklung des Cochlea-Implantats verliehen, das hunderttausenden Menschen weltweit das Hören ermöglicht
  • Würdigung für jahrzehntelange Innovationen in der Medizintechnik

Der Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026 würdigt die Entwicklung moderner neuronaler Schnittstellen, jener Technologien, die verlorene menschliche Funktionen wiederherstellen, sowie die visionären Wissenschaftler*innen dahinter.

Ingeborg und Erwin Hochmair werden gemeinsam mit Graeme Clark und Blake Wilson für ihre Pionierleistungen bei der Entwicklung von Cochlea‑Implantaten ausgezeichnet. Cochlea-Implantate wandeln Schall in elektrische Signale um, die den Hörnerv direkt stimulieren. Seit mehr als vier Jahrzehnten ermöglicht diese Technologie hunderttausenden Menschen, die ansonsten gehörlos wären, das Hören.

Cochlea Implantate verändern die Hörversorgung für immer
Bereits 1975 begannen Ingeborg und Erwin Hochmair an der Technischen Universität Wien mit ihrer wegweisenden Cochlea‑Implantat‑Forschung. Diese führte 1977 zur Entwicklung des weltweit ersten mikroelektronischen Cochlea‑Implantats, einer Revolution in der Hörtechnologie. Ihre Arbeit trug maßgeblich zu den enormen Fortschritten in der Signalverarbeitung, der Miniaturisierung von Implantaten und der langfristigen Biokompatibilität bei, und bildete die Grundlage für die modernen Cochlea-Implantate von heute. 
Durch die enge Verbindung von Technik und klinischer Expertise veränderte das Ehepaar Hochmair nicht nur die Hörversorgung grundlegend, sondern ebnete auch den Weg für die Gründung von MED‑EL. Ihre Vision, Menschen ein ganzes Leben lang mit zuverlässigen Hörlösungen zu begleiten, war von Anfang an zentraler Bestandteil der Unternehmens-philosophie. 
Mit aktuellen Innovationen wie einem vollimplantierbaren Cochlea-Implantat treibt MED‑EL die Entwicklung neuronaler Schnittstellen kontinuierlich voran und ermöglicht ein zunehmend individualisiertes und natürliches Hören für Betroffene.

Technologie mit Verantwortung: wissenschaftlich fundiert, menschlich orientiert
Diese Auszeichnung würdigt nicht nur eine technologische Leistung, sondern eine Grundhaltung, die unsere Arbeit von Anfang an geprägt hat: Eine Technologie, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und auf wissenschaftlicher Integrität basiert, kann das Leben von Menschen grundlegend verändern“, sagt Ingeborg Hochmair, Mitgründerin und CEO von MED‑EL. „Cochlea‑Implantate galten lange Zeit als nicht realisierbar. Mittlerweile sind sie längst im klinischen Alltag angekommen. Das beweist, wie viel man erreichen kann, wenn Technik, Medizin und Nutzer*innen zusammen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.
Erwin Hochmair, Mitgründer von MED EL, ergänzt: „Schon bei unseren ersten Experimenten wollten wir eine neuronale Schnittstelle entwickeln, die ein Leben lang zuverlässig mit dem menschlichen Hörsystem zusammenarbeitet. Der Queen Elizabeth Prize for Engineering ist eine Bestätigung, dass sich langfristiges Denken und wissenschaftliche Beharrlichkeit in der Entwicklung von Technologien, die den Menschen wirklich helfen, auszahlen.

Neben Inge und Erwin Hochmair wurde der Queen Elizabeth Prize for Engineering (QEPrize) 2026 an Graeme Clark, Blake Wilson, John Donoghue, Alim Louis Benabid, Pierre Pollak, Jocelyne Bloch und Grégoire Courtine für die Entwicklung moderner neuronaler Interfaces, die eine Körperfunktion wiederherstellen, verliehen.

Die Laureaten, die sich das mit 500.000 Britischen Pfund dotierte Preisgeld teilen, stehen für eine neue Generation in der Neurotechnologie und Neuroprothetik, so wie erfolgreiche Entwicklungen in den Bereichen Brain‑Computer‑Interfaces, tiefe Hirnstimulation und elektronische Rückenmarksstimulation. All diese Innovationen zeigen eindrucksvoll das Potenzial von Wissenschaft und Technik, verlorene Funktionen und damit auch die Selbstständigkeit und Würde von Betroffenen wiederherzustellen.

Die Preisträger*innen 2026 wurden heute offiziell von Lord Vallance, dem Vorsitzenden der Queen Elizabeth Prize for Engineering Stiftung, im Londoner Science Museum bekanntgegeben. 

Inspiration und Impulsgeber für die Zukunft der Hörtechnologie
Die Auszeichnung würdigt zugleich die weltweite Gemeinschaft von Hörimplantat‑Nutzer*innen, deren Erfahrungen kontinuierlich in Forschung und Entwicklung einfließen, sowie die enge Zusammenarbeit mit Fachkräften aus Technik, Forschung und Medizin, die die Hörtechnologie gemeinsam weiterentwickeln. „Der Queen Elizabeth Preis bestärkt uns darin, Innovationen immer voranzutreiben und Grenzen neu auszuloten“, betont Ingeborg Hochmair. „Unsere Mission war es stets, Hörverlust als Barriere für Kommunikation und Lebensqualität zu überwinden. MED-EL wird auch weiterhin in Forschung, Zugänglichkeit und zukunftsweisende Technologien investieren, um Menschen überall auf der Welt eine aktive Teilhabe am Leben zu ermöglichen.“ 


Über den Queen Elizabeth Prize for Engineering
Vielfältig, facettenreich und stetig im Wandel entwickelt das Ingenieurwesen Lösungen für globale Herausforderungen und trägt entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität von Milliarden von Menschen bei. Ingenieurwissenschaftliche Leistungen ermöglichen weltweite Zusammenarbeit, erforschen die kleinsten Zellen ebenso wie die entferntesten Sterne und sorgen für sichere Mobilität rund um den Globus.
Der Queen Elizabeth Prize for Engineering (QEPrize), der jährlich vergeben wird, würdigt mutige, bahnbrechende ingenieurtechnische Innovationen, von der die Menschheit weltweit profitiert. Die Auszeichnung würdigt visionäre Persönlichkeiten der Ingenieurswissenschaften und ermutigt junge Menschen, eine Laufbahn in der Technik einzuschlagen und Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu entwickeln.
Zugleich inspiriert der Preis Ingenieurswissenschafter*innen, die Grenzen des Machbaren über alle Disziplinen und Anwendungsfelder hinweg kontinuierlich neu auszuloten. 
Der Queen Elizabeth Prize for Engineering kann an 

  • bis zu zehn lebende Personen
  • jeder Nationalität verliehen werden, 
  • die persönlich für eine bahnbrechende technologische Innovation verantwortlich zeichnen, von der die Menschheit weltweit profitiert. Eine Selbstnominierung ist nicht zulässig.

Bei der Auswahl der Gewinner*innen des QEPrizes zieht die Jury folgende Kriterien heran:

  • Worin besteht die von ihnen erbrachte bahnbrechende Innovation im Ingenieurwesen?
  • Wie profitiert die Menschheit weltweit von dieser Innovation?
  • Gibt es weitere Personen, die maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt waren?

Weitere Informationen über die diesjährige Gewinnerinnovation finden Sie unter www.qeprize.org/winners


Über MED-EL
MED-EL Medical Electronics, ein führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Mittlerweile beschäftigt MED-EL mehr als 3.100 Mitarbeiter aus rund 90 Nationen an 30 Standorten weltweit.
Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in mehr als 140 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte. www.medel.com   

Dr. Ingeborg Hochmair
Mitgründerin und Chief Executive Officer, MED EL
Dr. Ingeborg Hochmair ist Elektroingenieurin und eine international anerkannte Pionierin auf dem Gebiet der Hörimplantattechnologie. Sie ist Miterfinderin des weltweit ersten mikroelektronischen Mehrkanal Cochlea Implantats, das 1977 erfolgreich implantiert wurde. Dr. Hochmair ist (Co-)Autorin von über 120 wissenschaftlichen Publikationen und hält zahlreiche Patente im Bereich implantierbarer Neuroprothesen. Ihre Leistungen wurden mit bedeutenden internationalen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Lasker–DeBakey Clinical Medical Research Award, der Russ Prize der US National Academy of Engineering, die IEEE Alexander Graham Bell Medal sowie mehrere Ehrendoktorate führender europäischer Universitäten. Als Mitgründerin und CEO von MED EL setzt sie sich kontinuierlich für die translationale Forschung in den Bereichen Hörimplantate, robotergestützte Chirurgie und KI gestützte Rehabilitation ein, mit dem Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust weltweit zu verbessern.

Dr. Erwin S. Hochmair
Mitgründer von MED EL; Professor Emeritus für Angewandte Physik, Universität Innsbruck
Dr. Erwin Hochmair ist ein österreichischer Elektroingenieur und einer der Wegbereiter der modernen Cochlea‑Implantat‑Technologie. Nach seiner Promotion an der Technischen Universität Wien bekleidete er führende Forschungspositionen in Europa und den USA, unter anderem am NASA Marshall Space Flight Center und an der Stanford University. Von 1985 bis 2009 war er Universitätsprofessor für Angewandte Physik an der Universität Innsbruck, wo er zudem als Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften und als Leiter des Instituts für Angewandte Physik tätig war. Der Mitgründer des Hörimplantatherstellers MED‑EL hat mehr als 100 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und ist (Mit‑)Erfinder von 26 Patentfamilien. Seine wissenschaftlichen Errungenschaften wurden mit zahlreichen internationalen Ehrungen und Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Russ Prize der US National Academy of Engineering und die IEEE Alexander Graham Bell Medal.


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