Innenohrschwerhörigkeit: Symptome, Ursachen und Behandlung
Innenohrschwerhörigkeit (auch Schallempfindungsschwerhörigkeit oder sensorineuraler Hörverlust) wird durch eine Schädigung der Cochlea oder des Hörnervs verursacht. Klangsignale können nicht korrekt vom Ohr ans Gehirn übermittelt werden. Diese Art von Hörverlust kann sich schleichend verschlechtern oder ganz plötzlich auftreten. Wenn Sie einen plötzlichem Hörverlust (auch Hörsturz) haben, ist eine schnellstmögliche medizinische Behandlung entscheidend. Eine Innenohrschwerhörigkeit besteht meist dauerhaft, kann aber behandelt werden.
Auf dieser Seite finden Sie Infos zu Ursachen, Anzeichen, Diagnose und Behandlung von Innenohrschwerhörigkeit. Erfahren Sie, was Sie tun können, wenn Sie von dieser Art des Hörverlusts betroffen sind.
Wichtige Infos in Kürze:
- Innenohrschwerhörigkeit betrifft das Innenohr und/oder den Hörnerv.
- Sie beeinträchtigt das Sprachverstehen besonders in lauten Umgebungen.
- Häufige Symptome sind ein dumpfer Klang beim Hören, Schwierigkeiten beim Wahrnehmen von Sprache und hohen Tönen, Tinnitus und übermäßge Anstrengung beim Zuhören.
- Innenohrschwerhörigkeit ist meist dauerhaft, kann aber durch Hörgeräte, Cochlea-Implantate, EAS oder andere Hörlösungen behandelt werden.
- Plötzlicher Hörverlust sollte schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Innenohrschwerhörigkeit?
Innenohrschwerhörigkeit ist eine Art von Hörverlust, die durch eine Funktionsstörung der Cochlea (Hörschnecke) oder des Hörnervs verursacht wird. Im Innenohr befinden sich winzige Haarzellen, die Schall in Nervenimpulse umwandeln und an das Gehirn transportieren. Sind diese Zellen geschädigt oder funktioniert der Hörnerv nicht richtig, können Schallsignale nicht mehr zuverlässig an das Gehirn weitergeleitet werden.
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Auswirkungen auf das Hören
Innenohrschwerhörigkeit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von leicht bis hochgradig. Personen mit hochgradigem Hörverlust können auch sehr laute Geräusche nicht hören. Für Personen mit leichterem Hörverlust kann die akustische Verstärkung, die ein Hörgerät bietet, eine geeignete Lösung sein.
Innenohrschwerhörigkeit macht es Betroffenen besonders schwer, Sprache in lauten Umgebungen zu verstehen, an Gruppengesprächen teilzunehmen oder zu telefonieren. Solche Situationen erfordern ein hohes Maß an Konzentration damit Anstrengung.
Eine weitere häufige Art von Hörverlust ist Schallleitungshörverlust. Hier ein Vergleich:
| Schallleitungsschwerhörigkeit | Innenohrschwerhörigkeit | |
|---|---|---|
| Betroffene Stelle | Außen- oder Mittelohr | Innenohr oder Hörnerv |
| Häufige Ursachen | Blockaden im Mittelohr, etwa durch Ohrenschmalz, Flüssigkeitsansammlung, anatomische Fehlbildungen oder Verknöcherung | Schäden an den Haarzellen oder am Hörnerv aufgrund von Genetik, Alterung, Lärm, Krankheit, Trauma oder ototoxischer Medikation |
| Auswirkungen auf das Hören | Gedämpfter, leiser, aber nicht verzerrter Klang | Leiser und verzerrter Klang, manche Tonhöhen fehlen |
| Mögliche Behandlung | Medikamente, kleinere Operationen, Knochenleitungsimplantat, Mittelohrimplantat | Hörgerät, Cochlea-Implantat |
Symptome von Innenohrschwerhörigkeit
Zu den Symptomen einer Innenohrschwerhörigkeit gehören:
- Erschwertes Sprachverstehen, vor allem bei Lärm
- Häufiges Nachfragen bei Gesprächen
- Gefühl, dass andere Menschen nuscheln
- Häufiges Erhöhen der Lautstärke von Fernseher oder Telefon
- Probleme, hohe Töne wahrzunehmen
- Tinnitus (Klingeln, Summen oder Pfeifen im Ohr)
- Hohe Anstrengung beim Zuhören
Anzeichen bei Kindern:
- Verzögerte Sprach- und Sprechentwicklung
- Schwierigkeiten, Anweisungen zu verstehen
- Aufmerksamkeitsschwäche und hohe Ablenkbarkeit
- Keine Reaktion auf leise Geräusche
- Probleme in der Schule
Diese Art von Hörverlust kann in einem oder beiden Ohren auftreten. Sind beide Ohren betroffen, spricht man von bilateralem (beidseitigem) Hörverlust. Tritt der Hörverlust nur auf einem Ohr vor, handelt es sich um unilateralen (einseitigen) Hörverlust. Eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit auf nur einem Ohr (während das andere Ohr normal funktioniert), wird als einseitige Taubheit bezeichnet.
Eine plötzlich auftretende Schallempfindungsschwerhörigkeit (auch Hörsturz) kann sich innerhalb von Minuten bis 72 Stunden entwickeln. Suchen Sie in diesem Fall sofort einen Arzt auf. Je rascher Sie reagieren, desto größer ist die Chance, Ihr Gehör zu retten.
Was sind die Ursachen für Innenohrschwerhörigkeit?
Innenohrschwerhörigkeit wird durch eine Schädigung des Innenohrs oder des Hörnervs verursacht. Diese kann auf verschiedene Faktoren zurückgehen:
- Hörverlust in der Familie, genetische Veranlagung
- Presbyakusis, also altersbedingter Hörverlust
- Infektionen, ototoxische (für das Ohr giftige) Medikamente, Kopfverletzungen
- Übermäßiger Lärm, sehr laute Musik, fehlender Gehörschutz
Bleibt Innenohrschwerhörigkeit dauerhaft bestehen?
Ob eine Innenohrschwerhörigkeit dauerhaft ist, hängt stark von der Ursache ab. Ein Hörverlust kann schwanken, stabil bleiben oder sich verschlechtern. Natürliche Alterungsprozesse und Belastung durch übermäßigen Lärm können dazu führen, dass der Hörverlust im Laufe der Zeit fortschreitet.
Eine Innenohrschwerhörigkeit ist in der Regel nicht heilbar. Es gibt jedoch Lösungen, mit denen sich das Hören stark verbessern lässt. Eine frühzeitige Beurteilung und Behandlung sind entscheidend, um bestmögliche Hörergebnisse zu erzielen.
Wie wird eine Innenohrschwerhörigkeit diagnostiziert?
Für die Diagnose einer Schallempfindungsschwerhörigkeit sind Hörtests und medizinische Untersuchungen erforderlich. Bei einem Termin in einer Klinik oder HNO-Praxis geschieht in der Regel Folgendes:
- Sie erläutern Ihre Symptome
- Ihre Ohren werden untersucht
- Sie machen einen Hörtest in einer Tonkabine
- Ihr Sprachverstehen wird ermittelt
Außerdem erhalten Sie ein Audiogramm, das die Art und Schwere Ihres Hörverlusts abbildet. Das Audiogramm kann Ihnen dabei helfen, die passende Lösung für Ihren Hörverlust zu finden.
Behandlung von Innenohrschwerhörigkeit
Die Art der Behandlung von Innenohrschwerhörigkeit richtet sich nach deren Ursache und Schweregrad, den Ergebnissen der Voruntersuchung sowie persönlichen Gewohnheiten, Vorlieben und Erwartungen. Wenn Sie einen leichten bis mittleren Hörverlust haben, kann ein Hörgerät helfen. Bei schwerem bis hochgradigem Hörverlust kommt ein Cochlea-Implantat infrage.
Falls Sie niedere Töne besser hören als hohe, kann ein Gerät zur elektrisch-akustischen Stimulation (EAS-System) das Richtige für Sie sein. Dieses System kombiniert die Technologie eines Hörgeräts für niedere Töne mit der Technologie eines Cochlea-Implantats für hohe Töne.
Als Alternative kann ein aktives Mittelohrimplantat dienen, wenn der Hörverlust in seinem Schweregrad zwischen Hörgerät und Cochlea-Implantat liegt oder bestimmte Gründe das Tragen von Hörgeräten unmöglich machen.
Kommunizieren Sie Ihre Wünsche und Erwartungen offen, um gemeinsam mit Fachpersonen die für Sie bestgeeignete Hörlösung zu finden.
Die nächsten Schritte
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Innenohrschwerhörigkeit (auch Schallempfindungsschwerhörigkeit oder sensorineuraler Hörverlust) ist eine Art von Hörverlust, die durch eine Schädigung der Cochlea oder des Hörnervs verursacht wird. Es besteht also ein Problem mit dem Schalltransport vom Ohr zum Gehirn.
Anzeichen einer Innenohrschwerhörigkeit können Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache bei Hintergrundlärm, häufiges Lauterstellen von Fernseher oder Telefon, Probleme beim Hören hoher Töne, Tinnitus sowie große Anstrengung beim Zuhören sein.
Innenohrschwerhörigkeit wird durch eine Schädigung des Innenohrs oder des Hörnervs verursacht. Gründe sind u. a. Genetik, Alterung, Infektionen, ototoxische Medikamente, Verletzungen oder Traumata am Kopf sowie übermäßiger Lärm.
Ja, übermäßiger Lärm kann zu einer Innenohrschwerhörigkeit führen.
Meistens ist eine Innenohrschwerhörigkeit bzw. Schallempfindungsschwerhörigkeit stabil. In manchen Fällen verschlechtert sie sich im Laufe der Zeit, insbesondere wenn sie alters- oder lärmbedingt ist. Wenn Sie deutliche Veränderungen bemerken, lassen Sie dies möglichst rasch medizinisch abklären.
In der Regel kann Innenohrschwerhörigkeit nicht geheilt werden. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten, die es Betroffenen ermöglichen, wieder zu hören. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen vom Grad des Hörverlusts ab und umfassen Hörgeräte, Cochlea-Implantate, EAS-Systeme und aktive Mittelohrimplantate.
Liegt ein Hörverlust auf beiden Ohren vor, spricht man von bilateralem Hörverlust. Dieser wird durch eine Schädigung des Innenohrs (Cochlea) oder des Hörnervs verursacht.
Ja. Cochlea-Implantate können Menschen mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust helfen, wieder zu hören.
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