Icon_ContactPresse-Kontakt

Julia Kujawa
Tel.: +4981517703373
Tel.: +491725672681
E-Mail: Julia.Kujawa@medel.de
www.medel.com

Lisa Azwanger-Geser
Tel.: +43577881029
Tel.: +43664607051029
E-Mail: Lisa.Azwanger-Geser@medel.com
www.medel.com

Gutes Hören im Alter: Entscheidend für Lebensqualität und Gesundheit

Okt 1, 2021

Innsbruck, 01. Oktober 2021: Am 1. Oktober, dem Internationalen Tag der älteren Menschen, stehen unsere Seniorinnen und Senioren mit ihren Bedürfnissen und Belangen im Mittelpunkt. Im Fokus der UN: ein erfüllendes, inklusives und gesünderes Leben für unsere älteren Mitbürger. Gutes Hören spielt dabei eine wichtige Rolle, um Beziehungen und soziale Kontakte mit Freunden und Familien pflegen zu können.

In einer kürzlich vom Hörimplantat-Hersteller MED-EL initiierten Umfrage* führten „Gespräche mit geliebten Menschen“ die Liste der Klänge an, die Menschen im Falle eines Hörverlusts am meisten vermissen. Hören bereichert den Alltag und verschafft persönliche Glücksmomente, die gerade ältere Menschen besonders genießen können: die Stimmen geliebter Menschen zu hören, anregende Unterhaltungen zu führen, Geräuschen der Natur und der Umwelt zu lauschen, Musik zu genießen. Nicht zuletzt hält gutes Hören auch kognitiv fit, steigert das Kurzzeitgedächtnis und verkürzt Reaktionszeiten. Eine kürzlich durchgeführte Studie** hat gezeigt, dass ein unbehandelter Hörverlust inzwischen der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für eine Demenzerkrankung ist.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit mehr als 25% der Menschen im Alter von über 60 Jahren von einem einschränkenden Hörverlust betroffen – diese Zahl steigt bei den über 80-Jährigen auf 46%. Da die Weltbevölkerung zugleich altert, wird der Anteil an Menschen mit Hörverlust im Laufe der Zeit immer größer werden: Im Jahr 2050 erwartet die WHO, dass weltweit 700 Millionen Menschen mit einem stark einschränkenden Hörverlust leben werden.***

Ursachen von Hörverlust im Alter

Ursache eines altersbedingten Hörverlusts ist meistens eine fortschreitende Innenohrschwerhörigkeit, die häufig sogar als unvermeidlicher Teil des Älterwerdens betrachtet wird. Zusätzlich schaden typische Alterserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose dem Gehör. Weiterhin wirken sich laute Geräusche nachteilig aus, von denen das Gehör im Laufe eines langen Lebens viele ertragen muss, zum Beispiel Verkehrs- und Maschinenlärm oder laute Musik. Die Betroffenen können sich dadurch zunehmend in ihrem Alltag beeinträchtigt fühlen.

Häufig sind es Angehörige oder Freunde, die einen fortschreitenden Hörverlust als erste bemerken. Die Entwicklung verläuft so schleichend, dass die Betroffenen selbst sie erst einmal unbewusst kompensieren und sich auf das veränderte Hören einstellen. Menschen gewöhnen sich daran, schlechter zu hören, sodass sie dem „normalen“ Hören zu sehr entwöhnt sind, was ihre Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung beeinträchtigt, sagt deshalb Dr. Stefan Zimmer, Generalsekretär der European Hearing Instrument Manufacturers’ Association (EHIMA).

Typisch für Hörverlust bei Erwachsenen sind folgende Anzeichen:

  • Lauterstellen von gewohnten Schallquellen wie Fernseher, Radio oder Musikanlage
  • In Unterhaltungen das Gegenüber häufiger bitten, das Gesagte zu wiederholen
  • Schwierigkeiten beim Telefonieren
  • Bewusst Gesellschaft und Gruppengespräche vermeiden, wenn man den Unterhaltungen nicht mehr folgen kann, weil Stimmen und Hintergrundgeräusche akustisch miteinander verschmelzen

Carola, 74 Jahre, Nutzerin eines Hörimplantats von MED-EL: „Ich konnte Sprache nicht mehr verstehen, nicht mehr telefonieren, TV nur mit Untertiteln schauen und im Theater reichte das Hörvermögen nicht. Auch im Straßenverkehr wurde es zuletzt gefährlich. Meine Hörgeräte, die ich seit ca. 20 Jahren trug, reichten einfach nicht mehr aus.“

Bei den meisten Menschen beginnt der Hörverlust im Alter von 50 bis 60 Jahren. Dennoch warten Erwachsene mit einen Hörverlust im Durchschnitt 10 Jahre lang, ehe sie Hilfe suchen oder sich für die Verwendung eines Hörgeräts oder Hörimplantats entscheiden. Selbst wer mit der Diagnostik beginnt, führt sie häufig nicht zu Ende.

Die Bedeutung der Hörversorgung

Dr. Stefan Zimmer erläutert: „Im Durchschnitt – basierend auf Daten aus elf Ländern****– konsultieren nur drei von vier Personen, die bei sich eine Hörminderung feststellen, einen ArztVon diesen werden nach ärztlicher Diagnose etwa 70% an einen Hörakustiker oder Audiologen verwiesen, von denen schließlich 73% mit Hörgeräten versorgt werden. Und hier erkennen wir einen ganz wesentlichen Grund für die nach wie vor bestehende Unterversorgung der (europäischen) Bevölkerung mit Hörsystemen: hohe Absprungraten („drop out rates“) im Versorgungsprozess. Diese drop-out rates müssen minimiert werden.“

Dies trifft ganz besonders auf ältere Menschen mit einem fortschreitenden Hörverlust zu: Viele von ihnen vermeiden lieber Situationen, in denen sie wegen ihrer Hörschädigung nicht zurechtkommen, als sich mit Hörtechnik versorgen zu lassen. Sie befürchten soziale Zurückweisung. Allerdings zeigen Studien, dass Menschen, die mit einem unversorgten Hörverlust leben, häufiger Stigmatisierung erfahren als jene, die Hörgeräte tragen. Denn es sind nicht die Implantate oder Hörgeräte selbst, die stigmatisiert werden, sondern die Schwerhörigkeit an sich, erläutert Prof. Dr. med. Heidi Olze, Direktorin der HNO-Klinik an der Charité Berlin. Sie gelte als Zeichen des Alterns, des Nichtverstehens, der kommunikativen Einschränkung und werde oft sogar als mentale Einschränkung verstanden.

Gesundheitliche Risiken durch unbehandelten Hörverlust

Menschen mit einem Hörverlust erleben nicht nur täglich Kommunikations- und Hörbarrieren und Isolation. Sie können sich zum Beispiel auch schwerer konzentrieren, denn je mühsamer das Hören wird, desto mehr Aufmerksamkeit zieht es von anderen Dingen ab. Ein Hörverlust im Alter kann auch direkte gesundheitliche Gefahren zur Folge haben: Die Betroffenen können zum Beispiel ärztliche Erläuterungen und Anweisungen nicht verstehen und sind dadurch möglicherweise medizinisch schlechter versorgt. Auch das Alltagsrisiko steigt: Sie hören keine Warntöne wie Rauch- und Feuermelder und verpassen die Türklingel und das Telefon. Die Sicherheit im Straßenverkehr ist ebenfalls beeinträchtigt, wenn Menschen etwa Fahrradklingeln oder heranfahrende Autos nicht hören. Selbst das Risiko zu stürzen, steigt durch einen Hörverlust, wie Dr. Stefan Zimmer erläutert: „Bereits eine leichte Hörminderung ab 25 Dezibel erhöht die Sturzgefahr um fast das Dreifache, wohingegen das Sturzrisiko von Hörsystem-Trägern erheblich sinkt. Durch eine unversorgte Schwerhörigkeit haben insbesondere ältere Menschen ein höheres Invaliditätsrisiko.“

Nicht zuletzt zeigen wissenschaftliche Studien, dass Menschen mit Hörverlust ein erhöhtes Risiko für eine Demenzerkrankung haben: Eine ausbleibende auditive Stimulation des Gehirns führt dazu, dass Hirnstrukturen sich zurückbilden, zunächst im Hörzentrum, später auch im kognitiven Bereich. Ein unbehandelter Hörverlust im mittleren Lebensalter gilt deshalb sogar als der mit Abstand größte beeinflussbare Risikofaktor für eine spätere Demenzerkrankung, sagt Dr. Stefan Zimmer.

Jane Opie, MED-EL Senior Research Audiologist, fügt hinzu: „Zahlreiche Studien der letzten 10 Jahre haben gezeigt, dass Hörverlust das Risiko eines kognitiven Abbaus erhöht. Was liegt hinter kognitivem Abbau? Demenz.“

Behandlung und Rehabilitation

Hörverlust ist besser behandelbar, wenn die technische Versorgung und Rehabilitation möglichst frühzeitig einsetzen. Gerade für den Erfolg eines Hörimplantats ist unter anderem entscheidend, wie lange die Person vorher bereits mit dem Gehörverlust gelebt hat. Wenn Erinnerungen an Sprache und Klänge noch deutlicher vorhanden sind, lernt das Gehirn leichter, diese wieder zu hören und zu verstehen.

Oft geben emotionale Erlebnisse im direkten Umfeld den Ausschlag, sich für eine Behandlung des Hörverlusts zu entscheiden: „Dass Hörversorgung zu weit mehr verhilft, als "nur" gut zu hören, ist für viele Menschen ein Augen- und Ohrenöffner, der sie überhaupt erst für das vermeintliche Nischenthema Hörgesundheit empfänglich macht“, betont Dr. Stefan Zimmer. Es gibt keine Altersobergrenze für die Behandlung eines Hörverlusts. Der älteste Nutzer eines MED-EL-Hörimplantats in Europa war 99 Jahre alt!

Hilfreich kann es auch sein, frühzeitig – noch während der Entscheidungsfindungsphase – mit Selbsthilfegruppen in Kontakt zu treten oder Menschen kennenzulernen, die ein Hörimplantat haben, sagt Prof. Dr. med. Heidi Olze. „Mich beeindrucken vor allem die Freude und die Dankbarkeit, die unsere Patientinnen und Patienten uns gegenüber zum Ausdruck bringen, und auch ihre Berichte, was ihnen mit dem Hörimplantat alles (wieder) möglich ist. Zum Beispiel eine Patientin, die wieder als Chorleiterin arbeitet, Patienten, die wieder ins Konzert und ins Theater gehen oder die morgens das erste Mal seit Jahren die Vögel oder die Stimme ihres eigenen Kindes hören“, so Heidi Olze.

Es spricht also alles dafür, einen Hörverlust auch im fortgeschrittenen Alter nicht hinzunehmen, sondern zum Hören zurückzufinden. Dann ist eine wesentliche Voraussetzung für körperliche und mentale Gesundheit, hohe Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe gegeben. Carola erzählt begeistert: „Es geht wieder alles, was vorher schwierig war. An Gesprächen kann ich mich beteiligen, ich kann fernsehen ohne Untertitel, mir Musik, die mir gefällt, anhören. Ich höre die Vögel wieder singen, das Klingeln von Radfahrern, ich kann telefonieren und dadurch Kontakt aufnehmen. Es gibt für mich keine Einschränkungen mehr.“

 * Internationale Umfrage von MED-EL 2019, 11.016 TeilnehmerInnen, Bestandsdaten.

** Livingston, G., Huntley, J., Sommerlad, A., Ames, D., Ballard, C., Banerjee, S., Brayne C., (…), & Mukadam, N. (2020) Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission. The Lancet. 396(10248), 413-446. doi:10.1016/S0140-6736(20)30367-6

*** WHO World Report on Hearing 2021

**** Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Norwegen, Polen, Spanien, Schweiz, Niederlande und Großbritannien

Honorarfreie Bilder und Infografiken finden Sie zum kostenfreien Download im Bildarchiv unter: http://www.comeo.de/pr/kunden/med-el/bildarchiv.html

Pressemeldung zum Download

Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.200 Personen aus ca. 75 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 124 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte. Über 95% der Hörimplantate werden exportiert und von mehr als 3.700 Kliniken weltweit verwendet. www.medel.com

MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH

Die MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH wurde 1992 als erste Tochterfirma des Innsbrucker Medizintechnik-Unternehmens MED-EL Medical Electronics in Starnberg gegründet. Über 150 MitarbeiterInnen sind für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreuen Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörakustiker und Verantwortliche im Vertriebsgebiet Deutschland, Niederlande, Finnland, Luxemburg und den ABC Inseln in den Niederländischen Antillen. Mehr Informationen unter www.medel.de

MED-EL Schweiz GmbH

Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Medical Electronics in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz. www.medel.com/ch

MED-EL Care & Competence Center GmbH

Die MED-EL Care & Competence Center GmbH mit Sitz in Starnberg ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH. Geschäftsführer der MED-EL Care & Competence Center™ GmbH und der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH ist Gregor Dittrich. Mit den MED-EL Care Centern™ in Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt am Main, Hannover, München und Tübingen, sowie in Helsinki und dem niederländischen Utrecht erfüllt das Unternehmen den Anspruch eines lokalen Kompetenzzentrums und bietet Informationen rund um das Thema MED-EL Hörimplantat-Lösungen und Nachsorge. Speziell geschulte Experten bieten umfassenden Service und Informationen für Menschen, die bereits ein Hörimplantat nutzen sowie Menschen mit Hörverlust. Zudem unterstützt das Unternehmen durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken sowie durch qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungsprogramme den gesamten Versorgungs- und Nachsorgeprozess. Öffnungszeiten der MED-EL Care Center™ und weitere Informationen zur MED-EL Care & Competence Center GmbH unter www.medel.de

Weitere Presseinformationen und Bildmaterial bei:

 

Julia Kujawa

MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH

Moosstraße 7 / 2.OG

82319 Starnberg

Tel: +49 (0)8151 77 03 73

E-Mail:Julia.Kujawa@medel.de

Internet:www.medel.de