Nach Knalltrauma wieder hören

Viele Schützen sind sich nicht bewusst, welches Risiko sie bei jedem Schuss eingehen: Der laute Knall kann zu einer ernsthaften Hörminderung führen, erklärt der HNO-Facharzt und Jäger Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl.



September 25, 2017 — (Wien, Österreich) — Es ist eine Berufskrankheit vieler Schützen: das Knalltrauma. Es tritt auf, wenn ein Geräusch mit sehr hoher Lautstärke in sehr kurzer Zeit an das Ohr gelangt. „Die Symptome des Knalltraumas sind Hörverlust und oft auch Tinnitus, der von vielen Patienten als lästiger empfunden wird als die Hörminderung selbst“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, Leiter der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren am Universitätsklinikum St. Pölten. Sprinzl ist selbst Jäger und weiß, wie wichtig Gehörschutz während der Jagd ist.


Das Knalltrauma

Von einem Knalltrauma spricht man, wenn ein Geräusch mit einem Schalldruckpegel von über 140 Dezibel (dB) für weniger als 1,5 Millisekunden ans Ohr gelangt. Durch den hohen Druck des Schalls werden die Haarzellen im Innenohr (der Cochlea) geschädigt. Diese Zellen leiten üblicherweise die Schallimpulse vom Ohr an den Hörnerv weiter, der die Signale ins Gehirn transportiert. Dauert der Knall länger als 1,5 Millisekunden spricht man von einem Explosionstrauma, bei dem auch das Trommelfell Schaden nimmt.

Sportschützen, Polizisten oder Jäger haben berufsbedingt ein erhöhtes Risiko, ein Knalltrauma zu erleiden – doch im Grunde kann es uns alle treffen, wenn wir zu Silvester zu nahe an den Böllern stehen, uns beim Reifenwechseln der Reifen platzt oder wir in einen Autounfall mit Airbag-Beteiligung verwickelt sind.


Die Ohren schützen

In Situationen, in denen mit einem lauten Knall gerechnet werden kann – bei Jägern etwa vor dem Schuss, bei Sportschützen im Tunnel – ist es wichtig, die Ohren mit Gehörschutz vor Schaden zu bewahren. Einfache Ohrstöpsel sind bereits ab zehn Euro zu haben – und „bringen schon eine ganze Menge“, sagt der Experte Georg Sprinzl. „Prävention durch Gehörschutz ist sicher das Beste, was ich tun kann. Und falls das Knalltrauma schon passiert ist, kann man trotzdem etwas dagegen tun.“


Rasch handeln - bei Bedarf mit Hörimplantat

Nach einem Knalltrauma ist es wichtig, sofort ärztliche Hilfe zu suchen, denn je früher behandelt wird, umso eher lassen die Symptome nach. Doch eine Hörminderung kann zurückbleiben. In diesem Fall wird bei Bedarf ein Hörgerät angepasst. „Bei fortgeschrittener Hörminderung, vor allem wenn auch eine hochgradige Schwerhörigkeit anderer Ursache dazu kommt, kommen auch Hörimplantate in Frage“, sagt Georg Sprinzl. Die speziell für diesen Fall geeigneten Hörimplantate sind Cochleaimplantate (CI) oder Elektrisch Akustische Stimulation (EAS). Ein CI ersetzt die Funktion der geschädigten Haarzellen im Innenohr, indem es den Schall elektronisch an den Hörnerv weiterleitet, EAS verstärkt bei partiellem Hörverlust zusätzlich die tiefen Töne, ähnlich einem Hörgerät.

Hörimplantate werden an allen Universitätskliniken und den meisten Landeskrankenhäusern eingesetzt. Die Kosten übernimmt das öffentliche Gesundheitssystem.


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Über MED-EL

Die österreichische Firma MED-EL Medical Electronics mit 31 Niederlassungen weltweit ist führender Anbieter von Hörimplantat-Systemen. Das Familienunternehmen zählt zu den Pionieren der Branche. Die österreichischen Wissenschaftler und Gründer des Unternehmens, DI Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Erwin Hochmair entwickelten 1977 das erste mikroelektronische Mehrkanal-Cochleaimplantat. Das Cochleaimplantat war und ist bis heute der erste tatsächlich realisierte Ersatz eines Sinnesorgans. 1990 legte das Ehepaar Hochmair den Grundstein für das erfolgreiche Unternehmenswachstum mit der Anstellung ihrer ersten Mitarbeiter. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 1.800 Mitarbeiter weltweit. Menschen in über 115 Ländern können heute mithilfe eines Produkts von MED-EL hören. Weitere Informationen finden Sie unter www.medel.com.


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