Geoffrey Ball
Erfinder der VIBRANT SOUNDBRIDGE
Nach Abschluss seines Technikstudiums an der University of Oregon arbeitete Ball acht Jahre lang als Biomedizintechniker in einem Labor an der renommierten Stanford University in Kalifornien. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit vielen Gebieten der Hörforschung und erkannte dabei, dass sich die Schwingungen im menschlichen Ohr mit einem kleinen Signalwandler nachstellen ließen. Die Stimulation des Mittelohrs mit mechanischen Schwingungen statt mit Klangwellen wird als „Direktantrieb“ (direct drive) bezeichnet. Diese Erkenntnis gab Ball den Anstoß, sich auf die Suche nach einem Implantat zu machen. Er wusste, dass ein solches Gerät viele Vorteile haben würde, da der Gehörgang bei einem „Direktantrieb“-System offen bleibt. Dadurch können unerwünschte Effekte wie Okklusion und Verzerrungen vermieden werden, wodurch die Erzeugung eines natürlichen Klangbilds möglich wird.
Im Jahr 1992 war Ball nach weiteren Forschungsarbeiten schließlich überzeugt, dass ein elektromagnetischer Signalwandler die beste Wahl für Direktantriebsgeräte wäre. Mit diesem Wissen verbrachte Ball seine Abende in seinem eigenen Elektroniklabor und baute und testete neue Signalwandler für Direktantriebssysteme. Eines späten Abends, nach vielen Fehlversuchen, stieß er eher zufällig auf ein System mit sofort offensichtlichen Vorzügen. Die Effizienz des Wandlers war wesentlich besser als die der bisherigen Kandidaten, während die Operation relativ einfach zu bewerkstelligen sein würde.
„Plötzlich war alles klar. Die Konstruktion war so einfach und löste so viele Probleme … Ich wusste: Das ist es!“, erinnert sich Ball.
Nach zahlreichen neuen Entwürfen ließ Ball seine Erfindung 1993 patentieren. Er gründete die Firma Symphonix und arbeitete weiter an der Verbesserung des Wandlers – eine Arbeit, die letztlich zur Entwicklung des Floating Mass Transducer (FMT) führte, der heute immer noch in Gebrauch ist.
Nach der Zulassung des Mittelohrimplantats in Amerika war Geoffrey Ball einer der ersten Patienten, denen eine Vibrant Soundbridge eingesetzt wurde.
Einige Zeit später erhielt er auch auf der zweiten Seite ein Implantat.
Als Technikchef von Symphonix widmete er sich der weiteren Verbesserung des Mittelohrimplantats. Als Symphonix die Geschäftstätigkeit einstellte, übernahm die österreichische Firma MED-EL in Innsbruck im Juni 2003 die Vibrant Soundbridge. Die Vibrant MED-EL Hearing Technology GmbH wurde gegründet, um das weltweit erfolgreichste Mittelohrimplantat zu vermarkten und weiterzuentwickeln, und Geoffrey Ball stieß als Technischer Direktor zum Vibrant MED-EL Team. Ball lebt heute mit seiner Frau und drei Söhnen in der Nähe von Innsbruck.
Die Beharrlichkeit von Geoffrey Ball hat vielen an Schallleitungs- und kombinierter Schwerhörigkeit Leidenden weltweit geholfen. Seine Erfindung wird auch in Zukunft viele Menschen in die Lage versetzen, besser am Leben um sie herum teilzunehmen.
„Mein Traum war es, die Lebensqualität für mich und alle zu verbessern, die an Hörverlust leiden“, so Ball. „Es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl, anderen helfen zu können, das Leben in allen seinen Facetten so zu genießen, wie ich es tue, und sich mit der Familie, den Freunden und den Kollegen auf Arbeit zu unterhalten – etwas, das vorher unmöglich war.“
Im Jahr 2002 erhielt Geoffrey Ball den Annunzio-Preis für Wissenschaft und Medizin
(2. Platz). 2000 wurde er zum „Engineer of the Year“ für das beste Design ernannt, und 1998 erheilt er den „Sci3 Silicon Valley Entrepreneur Award“.

