Karl

Meine Lebensqualität hat sich um 100 % verbessert und dafür bin ich sehr dankbar.

Als mein Hörverlust schlimmer wurde und mein HNO Arzt mir schließlich Hörgeräte verschrieb, musste ich auf mein großes Hobby – das Singen – leider verzichten. Das kann sich keiner vorstellen, was es heißt, seine Ohren mit dem Hörgerät zu „verstopfen“! Durch die Hörgeräte wurde alles einfach nur laut und das Sprachverständnis leider gar nicht besser. Ich war überhaupt nicht zufrieden und trug sie deshalb nur selten. Ich musste bei Gesprächen oft nachfragen, weil ich nur wenig verstand. Dadurch löste ich auch gelegentlich Schmunzeln und Gelächter aus. Irgendwann hatte ich das Nachfragen satt und konnte deshalb bei Gesprächen nicht mehr mitreden – das war einfach nur deprimierend.
 
Zufällig habe ich im Wartezimmer meines HNO-Arztes ein Plakat von der Vibrant Soundbridge gesehen. Als ich den Arzt darauf ansprach und er mir das System erklärte, wollte ich es mir am liebsten gleich am nächsten Tag implantieren lassen. Ich wollte einfach wieder hören. Und da war es mir egal, ob das hieß, sich einer Operation zu unterziehen und ein Implantat im Kopf zu haben.
 
Meine erste Vibrant Soundbridge wurde mir auf der linken Seite implantiert. Das war für mich schon ein sehr tolles Erlebnis, ich konnte wieder so gut wie alles hören. Einige Monate später wurde ich auch noch auf der rechten Seite mit einer Vibrant Soundbridge versorgt. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Es war kein Vergleich zu früher! Ich konnte wieder ganz gleichmäßig hören, gleich gut auf beiden Seiten. Es war wieder wie ganz normales Hören.
 
Anfangs hat mich das fast ein wenig überfordert. Ich wusste nicht mehr, was wirklich laut war oder ob nur ich etwas als laut empfand. Ich musste mich immer wieder mit meiner Frau abstimmen und gewann so schließlich die nötige Sicherheit und mein Selbstvertrauen zurück. Am Anfang beispielsweise erschrak ich und sprang zur Seite, wenn die Straßenbahn an mir vorbeifuhr. Ich hatte das Geräusch so lange nicht mehr richtig gehört, dass ich schon beinahe vergessen hatte, wie es eigentlich klingt.
 
Ganz kurz nach der Implantation meiner Vibrant Soundbridge, saß ich mit meinem Schwiegersohn zusammen und er bekam eine SMS auf sein Handy. Als ich ihn darauf hinwies, meinte er nur: „Was? Das hast du gehört? Angeber!“ Diese Anekdote bringt uns immer wieder zum Lachen und zeigt auch ein wenig, welchen Einfluss die Vibrant Soundbridge auf mein soziales Leben hatte.
 
Mit den Implantaten bin ich ein ganz anderer Mensch – ich höre fast wieder wie früher, kann singen, in Konzerte gehen, mitreden und diskutieren. Ich höre endlich wieder alle Leute um mich herum, auch jene hinter mir - das war früher nicht möglich! Meine Lebensqualität hat sich um 100 % verbessert und dafür bin ich sehr dankbar.
 
Natürlich muss man auch gewisse Sachen bedenken, z.B. dass die Feineinstellung des Audioprozessors auch etwas Zeit benötigt. Es ist nicht so, dass man das Implantat aktiviert und vom einen auf den anderen Tag sofort wieder perfekt hört. Man muss auch ein bisschen hartnäckig sein, bis der Audioprozessor vom Audiologen oder Akustiker richtig eingestellt ist. Nur so kann man 100%-igen Nutzen daraus ziehen. Ich kenne auch Leute, die sich hier vielleicht etwas voreilig und schnell zufrieden geben und den Prozessor nicht richtig einstellen lassen. Aufgrund dieser Ungeduld verpassen sie aber möglicherweise viele tolle Hörerlebnisse. Diese Zeit muss man aber einfach investieren, wenn man auch künftig alle Nuancen hören möchte – und das wollte ich! Ich würde meine Vibrant Soundbridge auf keinen Fall mehr hergeben!
 
 

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