Hörspaß mit Musik und Gesang

Jetzt, da Ihr Baby dank des ein- oder beidseitigen Cochlea-Implantats Zugang zur Welt der Klänge hat, freuen Sie sich sicherlich darauf, loszulegen und die Entwicklung von Hörfähigkeiten, Sprechen und Sprache zu fördern. Viele Eltern von Babys fragen, was sie tun können, um ihr Kind beim Hörenlernen und Klängeerleben zu unterstützen. Und sie fragen sich, woran sie erkennen, dass ihr Kind einen Klang hört oder dass es reagiert. Musikalische Aktivitäten, wie Mitmachlieder, Reime und Fingerspiele, machen Spaß und regen Ihr Kind von Anfang an zum Zuhören, Mitmachen, häufigeren Vokalisieren, Aufmerksamsein und Imitieren von Aktionen und Klängen an.

Alle Babys beginnen zunächst damit, Aktionen aus Liedern oder Reimen zu imitieren, bevor sie Klänge und Wörter nachbilden. Es hat sich bewährt, Lieder und Reime zu verwenden, die Sie aus Ihrer eigenen Kindheit kennen. Haben Sie keine Angst davor zu singen, auch wenn Sie es vielleicht nicht besonders gut können. Ihrem Baby ist das egal, und die Freude, die Sie beide dabei empfinden, ist die Mühe auf jeden Fall wert. Wiederholen Sie dieselben Lieder und Reime wieder und wieder. Sie werden schnell mitbekommen, welche Lieder oder Reime Ihrem Kind am besten gefallen.

Nachdem Ihr Kind mit dem Lied, Reim und Fingerspiel genügend vertraut ist, stellen Sie Ihre Aktionen ein, und bieten Sie ihm nur noch das Lied oder den Reim an. Beginnt Ihr Kind die entsprechende Aktion, wenn es nur das Lied oder den Reim hört? Wenn nicht, sehen Sie das Kind erwartungsvoll an, um ihm einen Einsatz zu geben. Falls erforderlich, geben Sie den Einsatz erneut, indem Sie die ersten ein bis zwei Aktionen zeigen. Das Kind kann diese Fähigkeit entwickeln, lange bevor Sie hören werden, dass es versucht „mitzusingen“.

Musik- oder Klangspielzeug und Spiele bieten sich ebenfalls an, um die frühen Hör- und Klangwahrnehmungsfähigkeiten Ihres Kindes zu fördern. Das folgende kurze Video zeigt, wie dies bei einem Kleinkind mit Implantat aussehen könnte.

Videoclips

Drei kurze Videoclips (in englischer Sprache) mit den Liedern/Reimen „Itsy Bitsy Spider“, „The Morning Song“ und „Five Little Monkeys“.

Die Mutter hat das Kind für die Übung in einen Hochstuhl gesetzt. Auf diese Weise wird das Kind nicht zu schnell abgelenkt, und es ist aufmerksamer. Andere Eltern nehmen das Kind auf den Schoß, lassen es an einem Kindertisch Platz nehmen oder setzen sich mit ihm auf den Boden. Die Mutter hat sich neben das Kind gesetzt, was für das Zuhören günstiger ist als sich gegenüber zu setzen. Entscheiden Sie einfach selbst, welche Strategie Ihnen und Ihrem Kind am ehesten behagt.

Es hilft, das Kind mittels einer „Hörgeste“, z. B. durch das Zeigen auf das Ohr des Kindes, darauf hinzuweisen, dass es Zeit zum Zuhören ist. Auf diese Weise wird eine Zuhörroutine geschaffen, und das Kind weiß, dass es jetzt zuhören soll.

Zur Förderung einer stärkeren Reaktion durch das Kind sollten Sie Pausen lassen, um ihm die Chance zu geben, zu antworten oder zu reagieren.

Die Imitation der Aktionen und Vokalisationen des Kindes durch die Mutter oder den Vater kann zur Bekräftigung des gewünschten Verhaltens beitragen.

Reaktionen des Kindes

Babys beginnen üblicherweise innerhalb weniger Wochen nach der Implantation damit, auf Klänge zu reagieren und einige Klänge zu erkennen. Dabei lassen sich folgende Reaktionen beobachten:

  • Mitgehen mit der Musik oder dem Rhythmus
  • Einhalten oder Verstummen
  • große Augen/leuchtende Augen
  • Lächeln
  • erhöhte Aktivität
  • konzentriertes Beobachten
  • Imitieren von Aktionen (Gestikulieren)
  • vermehrte Vokalisationen
  • Zeigen der Hörgeste gegenüber der Mutter oder dem Vater (Zeigen aufs Ohr)
  • selbsttätiges Anzeigen, dass es nichts mehr hört, wenn die Spule abgegangen ist (Zeigen aufs Ohr)
     

Sehen Sie sich jetzt die Videoclips an. Welche Reaktionen haben Sie gesehen? Was hat die Mutter getan?
Was haben Sie sonst noch bemerkt?

  • Legt die Mutter Pausen ein, um dem Kind Zeit zur Interaktion oder Reaktion zu geben?
  • Zeigt die Mutter an, wann das Kind zuhören soll?
  • Verwendet das Kind die Hörgeste, um anzuzeigen, dass es hört?
  • Ist das Kind aufmerksam?
  • Imitiert das Kind Fingeraktionen zum entsprechenden Zeitpunkt?
  • Sehen Sie irgendwelche Reaktionen im Gesicht des Kindes, z. B. ein Lächeln?
  • Zeigt das Kind an, dass es den Klang des Spielzeugs hört? Wie?
  • Vokalisiert das Kind?

Video 1: „Itsy Bitsy Spider“

Video 2: „The Morning Song“

Video 3: „Five Little Monkeys“

Jetzt sind Sie an der Reihe. Versuchen Sie es mit einigen kurzen Aktivitäten mit Ihrem Kind. Wiederholen Sie dasselbe Lied oder denselben Reim immer wieder, und beobachten Sie, inwieweit sich die Reaktionen und Interaktionen Ihres Kindes im Laufe der Zeit ändern. Notieren Sie sich die Reaktionen Ihres Kindes, sodass Sie die Entwicklung verfolgen können. Die Lieder und Reime mit Fingeraktionen, wie diejenigen in den Videos, helfen dabei, die Aufmerksamkeit des Höranfängers aufrechtzuerhalten. Wenn Sie eine Videokamera haben, nehmen Sie die Aktivität auf. Ihnen fallen möglicherweise Dinge auf, die Sie während der Aktivität nicht bemerkt haben, und die anderen Mitglieder der Familie haben etwas Nettes anzuschauen.

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