Der Weg zum Erfolg

Nach der Implantation – wie weiter?

Ein Cochlea-Implantatsystem ist ein technisches Hilfsmittel für das Gehör Ihres Kindes. Der Hörerfolg Ihres Kindes hängt von vielen Faktoren ab. Das Implantationsalter ist nur ein Faktor, der den Nutzen Ihres Kindes aus dem Cochlea-Implantatsystem beeinflusst. Eine Umgebung, in der viel gesprochen wird und in der viele akustische Reize angeboten werden (Singen, Musik usw.), ein gut angepasster CI-Audioprozessor, hohe Motivation, (Re)habilitation und eine realistische Erwartungshaltung sind weitere wichtige Parameter, die zum Hörerfolg Ihres Kindes beitragen.1 Im Folgenden finden Sie einige Vorschläge dafür, was Sie tun können, um Ihnen und Ihrem Kind dabei zu helfen, die Vorzüge eines Cochlea-Implantats maximal zu nutzen.

Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind, auch wenn es nicht alles versteht. Das ist die beste Möglichkeit, den Spracherwerb Ihres Kindes zu fördern. Mimik und Körpersprache unterstreichen die Bedeutung Ihrer Worte und helfen Ihrem Kind, Sie besser zu verstehen. Wenn Sie erfahren haben, dass Ihr Kind hörbeeinträchtigt ist, ist es wichtig, möglichst bald eine Hör-, Sprach- und Sprechtherapie zu beginnen, um die kritischen Phasen des Spracherwerbs optimal zu nützen. Sprachtherapeuten stellen ein individuell auf Ihr Kind zugeschnittenes Übungsprogramm zusammen. Eine strukturierte Therapie, ergänzt mit spielerischen Übungen für zu Hause, kann den Erfolg Ihres Kindes mit dem CI vergrößern. Für sehr kleine Kinder kann eine (Re)habilitation anfangs strukturierte Höraktivitäten beinhalten, bei denen Ihr Kind in einem therapeutischen Umfeld Geräusche hört. Später lernt Ihr Kind, sie in der „realen“ Welt, außerhalb der Therapie, wiederzuerkennen.

Studienergebnisse belegen, dass eine lange Tragedauer des CI-Audioprozessors den Erfolg von Kindern mit ihrem CI positiv beeinflusst.2 Dies liegt daran, dass Kinder mit Cochlea-Implantatsystemen auf natürlichem Weg hören und sprechen lernen, ebenso wie hörende Kinder. Aus diesem Grund bringt eine möglichst lange Tragedauer bessere Ergebnisse mit dem CI. Wenn das Kind den CI-Audioprozessor längere Zeit nicht getragen hat, muss sich das Gehirn erst langsam wieder an die akustische Stimulation durch das Cochlea-Implantat gewöhnen. Das kann die Hörentwicklung Ihres Kindes verzögern. Das ständige Tragen – immer und überall – ist der Schlüssel zum Erfolg.

Der Spracherwerb Ihres Kindes ist nur ein Ziel der Cochlea-Implantation. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, die Sprache Ihres Kindes für alle Menschen verständlich zu machen, auch für jene, die Ihr Kind nicht kennen. Ein gut eingestellter CI-Audioprozessor, der nur zum Schlafen abgenommen wird, sowie eine ergänzende (Re)habilitation helfen Ihrem Kind, dieses Ziel zu erreichen.

Ihre Motivation und Erwartungshaltung spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Sehr früh implantierte Kinder zeigen schon bald regelmäßige Fortschritte, besonders mit begleitender (Re)habilitation. In den meisten Fällen können Sie erwarten, dass Ihr Kind Sprache verstehen wird und sprechen lernt.

Die meisten CI-Nutzer können telefonieren, viele genießen Musik oder lernen Fremdsprachen – können also komplexe Hörtätigkeiten ausüben. Da jedoch alle Kinder verschieden sind, hängt der Erfolg Ihres Kindes letztendlich von vielen Faktoren ab und kann vor der Implantation nicht exakt vorausgesagt werden. Deshalb sollten Ihre Erwartungen realistisch bleiben. Ihr Sprachtherapeut hilft Ihnen, das Potential Ihres Kindes bestmöglich auszuschöpfen und gleichzeitig realistische Ziele, die dem Höralter Ihres Kindes entsprechen, festzulegen.

Uns von MED‑EL ist es wichtig, Kinder mit Hörverlust und deren Eltern durch geeignetes (Re)habilitationsmaterial zu unterstützen. Dieses Material wurde für unterschiedliche Altersstufen entwickelt und speziell auf die Bedürfnisse von Kindern mit Cochlea-Implantatsystemen abgestimmt. Viele dieser Materialien können auch für Kinder mit Hörgeräten verwendet werden.

Leitfaden für Eltern

Mehr

© 2017 MED-EL