„Kölle Alaaf!“ – ganz gleich ob mit oder ohne Gehör


Für Leni (3) und Joshi (14) vom Verein „Jecke Öhrcher“ ist Karneval einfach nur Karneval. Doch für die Eltern der beiden hörgeschädigten Kinder ist er zusätzlich ein wichtiges Stück gelebte Integration.


Starnberg, Februar 2017 – Die fünfte Jahreszeit hat die Karnevalshochburgen bereits fest im Griff. Zwischen Weiberfastnacht und Veilchendienstag werden es alleine in Köln über eine Million Jecken und Zuschauer wieder ordentlich krachen lassen. Mittendrin im bunten Treiben sind auch die Mitglieder von „Jecke Öhrcher“ – dem einzigen Karnevalsverein für Menschen mit und ohne Hörschädigung. Hörgeräte und auch Implantate wie die des Medizintechnik-Unternehmens MED-EL, machen es möglich, dass sie die Kamelle auf den Boden prasseln hören und bei den Karnevalhits mitsingen können.

Der Karneval war schon immer eine echte Herzensangelegenheit für die Kölner. Auch für die Eltern der dreijährigen Leni. „Sie soll genauso viel Spaß am Karneval haben wie wir“, sagt ihr Papa. „Deshalb sind wir Mitglied bei Jecke Öhrcher, denn wir wollten Leni von Anfang an das Gefühl geben, dass sie nicht alleine ist.“ Leni ist nämlich schwer hörgeschädigt und kann nur dank eines Cochleaimplantats, einer implantierbaren Hörhilfe von MED-EL, hören. Seit 2014 setzt sich der Kölner Verein Jecke Öhrcher dafür ein, dass jeder – ob normalhörend, schwerhörig oder gehörlos – mitfeiern und den Karneval in allen Facetten genießen kann. „Natürlich ist der Verein für uns eine Austauschplattform mit Menschen in einer ähnlichen Situation“, sagt Lenis Papa. „Aber vor allen Dingen bieten wir Leni damit eine soziale Aktivität, bei der sie sich nie anders als andere fühlen muss.“

Die Jecke Öhrcher haben neben Normalhörenden auch viele Mitglieder, die entweder vollständig taub sind oder nur mit Hörgerät oder Implantat hören können. So wie die kleine Leni mit ihrem Cochleaimplantat. Ein solches System ist für Menschen jeden Alters mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust geeignet. Es besteht aus zwei Komponenten: Dem Audioprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird, und einem Implantat, das operativ hinter dem Ohr unter der Haut platziert wird. Für Leni ist das ganz normal. Denn sie kann hören. Wie, das ist ihr ganz gleich.

Auch für Joshi wird es in diesem Jahr der erste Karnevalszug sein. Mit seinen 14 Jahren ist er eines der ältesten Kinder im Verein. „Mein Zwillingsbruder Jonas war mit seiner Patentante früher schon mal in einem Zug. Aber ich wollte Karneval unbedingt mit Leuten erleben, denen es ähnlich wie mir geht“, erzählt der junge Jeck. Seit seiner Geburt ist er auf einer Seite schwerhörig. „Also hab ich zu Mama gesagt, sie soll mal suchen!“ Und die hat die Jecke Öhrcher gefunden. „Ein echter Glücksfall für Joshi“, sagt sie. Er hilft fleißig beim Kostüm mit und engagiert sich bei den Proben für den großen Tag. „Wir genießen es, dass unser Sohn bei den Jecke Öhrcher einfach ganz er selbst sein kann.“


Gelebte Integration

„Karneval überwindet Grenzen und die unterschiedlichsten Menschen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten, feiern zusammen. Das gefällt mir.“, sagt Dr. Ruth Lang-Roth. Sie ist Oberärztin und ärztliche Leiterin des Cochlear Implant Centrums an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Köln und stammt eigentlich aus München. „Deshalb war der Kölner Karneval für mich ganz neu.“ Sie weiß, wie die Entscheidung für eine Hörhilfe vor allem das Leben von Kindern wie Leni und Joshi verändern kann. Die Medizinerin ist deshalb selbst Mitglied bei den Jecke Öhrcher – und damit einer von mittlerweile 250 Menschen, die sich ehrenamtlich mit viel Leidenschaft dafür einsetzen, dass der Karneval in Köln ein unvergessliches Erlebnis für alle wird. „Denn trotz des ernsten Hintergrunds geht es uns natürlich vor allem darum, gemeinsam Spaß zu haben!“


Mit allen Sinnen genießen

Ein wenig Umsicht trägt dazu bei, Karneval unbeschwert zu genießen. Denn laute Musik, Trillerpfeife, Tröte & Co. gehören natürlich dazu – doch genau diese Stimmungsmacher im bunten Treiben können dem Ohr gefährlich werden. „Eine Trillerpfeife am Ohr entwickelt eine Lautstärke, die vergleichbar ist mit dem Lärm eines vorbeifliegenden Düsenjets. Manche Spielzeugpistole hat bereits einen Schallpegel von bis zu 150 Dezibel und ist damit lauter als ein Gewehrschuss“, warnt Lucas Lehning von MED-EL. „Steht man in der Menge zu nah neben jemandem, der seine Pistole abfeuert, kann ein solch plötzlich auftretendes Geräusch schlimmstenfalls das Gehör dauerhaft schädigen.“ Sein Tipp daher für alle kleinen und großen Narren: Ohrstöpsel schützen das Ohr und sorgen dafür, dass „Echte Fründe“ oder „Kölsche Jung“ auch bei voller Lautstärke keinen Gehörschaden verursachen.


MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH

Die MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH wurde 1992 als erste Tochterfirma des Innsbrucker Medizintechnik-Unternehmens MED-EL in Starnberg gegründet. Rund 100 Mitarbeiter sind für Nutzer von MED-EL Cochleaimplantat-Systemen und Mittelohrimplantat-Systemen tätig und betreuen Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche im Vertriebsgebiet Deutschland, Niederlande, Finnland, Schweiz, Luxemburg, den ABC Inseln in den Niederländischen Antillen und Namibia. Mehr Informationen finden Sie unter www.medel.de.


MED-EL Care & Competence Center GmbH

Die MED-EL Care & Competence Center GmbH mit Sitz in Starnberg ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Deutschland GmbH. Geschäftsführer der MED-EL Care & Competence Center™ GmbH und der MED-EL Deutschland GmbH ist Dr. Hansjörg Schößer. Mit den MED-EL Care Centern™ in Berlin, Bochum, Frankfurt am Main, Hannover, Tübingen, München, Dresden, Helsinki und dem niederländischen Nieuwegein erfüllt das Unternehmen den Anspruch eines lokalen Kompetenzzentrums und bietet Informationen rund um das Thema MED-EL Hörimplantat-Lösungen und Nachsorge. Speziell geschulte Experten bieten umfassenden Service und Informationen für Menschen, die bereits ein Hörimplantat nutzen sowie Menschen mit Hörverlust. Zudem unterstützt das Unternehmen durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken sowie durch qualitativ hochwertige Fort-und Weiterbildungsprogramme den gesamten Versorgungsund Nachsorgeprozess. Öffnungszeiten der MED-EL Care Center™ und weitere Informationen zur MED-EL Care & Competence Center GmbH finden Sie unter care.medel.com.


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